Das Kniegelenk verbindet Oberschenkel und Unterschenkel und wird von
dem Oberschenkelknochen sowie dem Schienbein und der Kniescheibe sowie
Bändern und Muskeln gebildet. Es erlaubt die Beugung und Streckung und
wird vorne von der Kniescheibe begrenzt, welche direkt unter der Haut
tastbar ist. Diese gleitet bei Streckung des Unterschenkels über das Gelenk
nach oben. Die Sehnen, die hinten an der inneren und äußeren Seite des
Kniegelenkes vom Oberschenkel zum Unterschenkel ziehen, bilden die Kniekehle,
in der die wichtigen Gefäßnerven verlaufen.
Krankheiten und Verletzungen des Kniegelenkes
- Risse der Seitenbänder
- Risse des vorderen und hinteren Kreuzbandes
- Innen- und Außenmeniscusrisse
- Knorpelschädigungen
Meniscusschäden
In der Regel sind bis auf sehr wenige Ausnahmen Verletzungen des Meniscus
operationsnotwendig, da dies sonst in der Regel Sekundärschäden an den
Knorpeloberflächen zur Folge hat, so dass eine Meniscusverletzung möglichst
frühzeitig operativ saniert werden sollte. Dabei besteht das Behandlungsprinzip,
dass möglichst viel Meniscusgewebe erhalten bleibt. Liegt der Riss in
den inneren 2/3 zum Gelenk hin, wird in der Regel zerstörtes Meniscusgewebe
entfernt, wobei möglichst viel gesundes Gewebe erhalten bleibt. Liegt
der Riss im äußeren Drittel des Menisccus an der Gelenkkapsel, ist in
der Regel eine Meniscusnaht (Meniscusrefixation) möglich.
Knorpelschäden
Verletzungen an der Knorpeloberfläche können durch Unfälle bzw. Fehlbelastungen
entstehen. Abhängig von der Lokalisation und der Schwere des Knorpelschadens
sind mehrere Therapiemöglichkeiten indiziert. Diese zielen in der Regel
darauf ab, die Degeneration des Knorpels zu stoppen, bzw. neues Knorpelersatzgewebe
zu regenerieren. Hier besteht bei uns die Möglichkeit der Knorpelglättung
und der Mikrofrakturierung sowie die Möglichkeit der Autologen Chondrozyten
Transplantation (ACT). In diesem Verfahren werden körpereigene Knorpelzellen
entnommen. gezüchtet und später in die zu behandelnden Defekte implantiert.
Kreuzbandverletzungen
Eine weitere Schädigung des Kniegelenkes sind Kreuzbandrupturen, die
durch vermehrte sportliche Aktivitäten noch häufiger auftreten. Kreuzbandverletzungen
sind nach heutiger allgemeiner Auffassung ebenfalls operativ zu versorgen,
da es durch die Instabilität des Kniegelenkes zu weiteren Schäden am Meniscus,
Gelenkknorpel und dem kapsullären Halteapparat kommen kann. Ich selbst
führe Kreuzbandplastiken mit dem mittleren Drittel der Patellarsehne durch,
wobei ein anhängender Knochenblock der Kniescheibe bzw. des Unterschenkels
entnommen wird. Bei Rerupturen bzw. als Ersatzplastik wird dann die Semitendinosissehne
verwendet. Die Patellarsehne wird im Ober- bzw. im Unterschenkel mit sog.
Bioschrauben fixiert. Postoperativ ist nach Kreuzbandplastiken darauf
zu achten, dass die Patienten zügig mobilisiert werden. Eine Belastung
ohne Gehstützen
ist ab dem 10. postoperativen Tag erlaubt.
Kniescheibenprobleme
Die Kniescheibe überträgt die Kraft der Oberschenkelmuskulatur auf den
Unterschenkel. Ab 30° Beugung läuft die Kniescheibe in der sog. Oberschenkelrinne
als Gleitlager. Folgende Probleme können hier auftreten: Patellaluxationen,
Kniescheibenverrenkungen sowie Knorpelschäden hinter der Kniescheibe bei
einem ein entsprechenden Krankheitsbild. Bei Luxation einer Kniescheibe
kann diese wieder arthroskopisch fixiert werden. Es wird eine Naht der
inneren Gelenkkapsel und ein lateral Release mit Spaltung der äußeren
Gelenkkapsel durchgeführt. Knorpelschäden hinter der Kniescheibe können
durch Knorpelglättungen behandelt werden oder bei schweren Knorpelschäden
auch in geeigneten Fällen auch durch eine
Knorpelzelltransplantatation.
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